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Willy Jaeckels „Inspiration Ragusa / Dubrovnik" steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung

Bad Homburg: Willy Jaeckel, 1888 in Breslau geboren und 1944 in Berlin bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen, wurde einmal als ein „Künstler zwischen den Zeiten" bezeichnet. Sein Stil und seine Themen wiesen darauf hin, dass ihm eine wichtige Rolle in der Kunstgeschichte zukommen würde. Wie bei vielen Künstlern, die zwischen den beiden Weltkriegen arbeiteten, blieben jedoch auch von Jaeckels Werk relativ wenige Beispiele erhalten. Eines davon hat das Bad Homburger Museum im Gotischen Haus erwerben können und stellt es in den Mittelpunkt einer vom 9. Oktober bis 22. Januar laufenden Sonderausstellung: „Ragusa II".

Darauf ist Dubrovnik, das früher den Namen Ragusa trug und das seit dem Jahr 2002 Partnerstadt Bad Homburgs ist, im späten expressionistischen Stil des 20. Jahrhunderts wiedergegeben.

Willy Jaeckel malte es 1924, als er bei einer Reise nach Ragusa / Dubrovnik die Kraft fand, sich aus der inneren Emigration wieder der Gegenwart zuzuwenden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein hoch angesehener Maler in Berlin, hatte sich der Künstler nach bedrückenden Erlebnissen im 1. Weltkrieg in die Allgäuer Gebirgslandschaft um Gunzesried zurückgezogen. Geistig-mystische und religiöse Themen, wie die Offenbarung des Johannes, aber auch literarische Themen, wie Goethes „Faust" und Naturdarstellungen waren zu der Zeit seine Bildwelt. „Ragusa II" wurde dann zum Schlüsselwerk seiner expressionistischen Phase. Deren Besonderheit verdeutlichen in der Ausstellung auch frühere Gemälde Jaeckels und Arbeiten auf Papier. Sie sind allesamt Leihgaben einer bedeutenden Privatsammlung.

Dank seiner hervorragenden Maltechnik, die schon Max Liebermann lobte und seinen Schülern empfahl, war Jaeckels „Ragusa II" beim Ankauf durch das Museum im Gotischen Haus in einem guten Zustand, wenngleich es durchaus Spuren seiner bewegten Geschichte trug. Diese unterzog die Gemälderestauratorin Susanne Silbernagel einer gemäldetechnologischen Untersuchung, dokumentierte sie und restaurierte anschließend das Bild. Ihre Dokumentation wird zusammen mit weiteren Informationen zum Werk Willy Jaeckels in einem Begleitkatalog vorgestellt.

Eröffnet wird die Ausstellung „Inspiration Ragusa / Dubrovnik" am Sonntag, 9. Oktober, um 11 Uhr mit der Begrüßung durch Bad Homburgs Kulturdezernentin Beate Fleige. Zum Künstler spricht Marianne Nienaber, zur Ausstellung Museumsleiterin Dr. Ursula Grzechca-Mohr. Zur gleichen Zeit findet für Kinder ein „kids opening" mit dem Thema „Kann ich das Gesicht pink malen?" statt. Die Kinder werden mit altersgerechten Erklärungen durch die Ausstellung geführt. Anschließend setzen sie sich malend mit den wichtigsten Fragen des Expressionismus auseinander.

Begleitend zur Ausstellung lädt das Museum im Gotischen Haus am 18. November um 20 Uhr zum Konzert „Willy Jaeckels Berlin" mit Sherri Jones (Klavier) und Peter Agoston (Violine) ein. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Reservierung unter Tel. 06172-37618 oder E-Mail museum@bad-homburg.de gebeten.

Öffnungszeiten Museum im Gotischen Haus Bad Homburg, Tannenwaldweg 102: Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 14 bis 19 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr; Führungen sonntags um 15 Uhr sowie nach Vereinbarung.

06.10.2011

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